Dienstag, November 20, 2007

Zukünftiger Erasmus?

Für zukünftige Erasmi oder einfach auch für Diejenigen die Frankreich bzw. Toulouse erkundigen wollen, stelle ich hier meinen Erasmus-Bericht online:

Bei Kritik und Anregungen, könnt ihr mir gern eine Mail schreiben an: pelham@gmx.net

  1. Vor der Abreise und erste Schritte in der Uni im Ausland


Im Mai bekam ich von meiner Erasmus Koordinatorin Fr. Bender bescheid, dass es auch für mich einen Platz für die Erste Wahl gibt und es nun für das WS 2006/2007 für mich nach Toulouse in den Süden Frankreichs geht. Nach meiner erfolgreichen Bewerbung suchte ich im Internet nach meiner neuen Universität. Bis auf ein paar Serbisch Kurse gab es keine Kursangebote online. Klasse! Na dann kann man ja nur abwarten und Tee trinken! Und so war es auch ungefähr bis Ende September, als ich das geliebte Heimatland verließ. Wozu soviel Vorbereitungskram - nach dem Motto: Man stürzt sich sowieso ins kalte Wasser, warum nicht gleich ins eiskalte, das macht noch wacher.
An einige doch
wichtige Formalitäten sollte man dennoch denken, wie z.B. den Antrag auf Beurlaubung bei der MLU einzureichen. Und sich entscheiden, ob man sich selbst eine Unterkunft im fernen Land suchen will oder den bequemen Weg in Betracht zieht, also von der Uni ins Chapou Wohnheim in Toulouse abgeschoben werden möchte (siehe Unterkunft). Wichtig wären auch die Erasmus Unterlagen im Büro im Löwengebäude einzureichen. Aber das wird einem explizit vom Erasmus Verantwortlichen Hr. Wegener in den ersten Informationstreffen erläutert.

Info zu einzureichenden Dokumenten: Informationsveranstaltung des Erasmus Büros, sowie die Internet Seite: www.uni-halle.de/EU

Zusätzlich sollte man sich ums Auslandsbafoeg kümmern. Ist übrigens einfacher zu bekommen, als das Inlandsbafoeg.

Weitere nützliche Informationen dazu:

www.bafoeg-rechner.de

Nützlich wären vielleicht auch ein paar Passfotos (ca. 8) für die Ausstellung diverser Pässe und Ausweise.

Das
Nötigste zur administrativen Einschreibung („inscription administrative“) in Toulouse kurz gefasst: Außer seiner Erasmus Bescheinigung, einer europäischen Krankenversicherungschipkarte, einer responsabilité civile ( eine Art Haftpflicht, erwirbt man direkt vor Ort bei der Einschreibung, z.B. bei Vittavi), seinem Personalausweis und einem etwas verunsichertem Erasmus grinsen auf den Lippen braucht man nichts Weiteres um sich in Toulouse Le Mirail (im WS bis Mitte Oktober) beim DIVE (Direction de la Vie Etudiant) im Hauptgebäude, dem „Grande Arche“ einzuschreiben. Zu allererst jedoch holt man sich im DIVE einen Zettelchen ab, auf dem das genaue Datum der eigenen Einschreibung vermerkt ist (bei mir waren es 5 Tage später). Danach kann es mit oben genannten Dokumenten zum erfolgreichen Studentenausweis führen, der gleich Vor-Ort ausgestellt wird.


Nach der administrativen Einschreibung erhält man als Erasmus ein rosa Blatt mit Namen „Preparation diverses“. Nichts zur Beunruhigung, dies ist die sogenannte pädagogische Einschreibung („inscription pédagogique“). Der zweite und letzte Teil des Einschreibvorgangs. Zu gleicher Zeit sollte man das Erasmus Dokument „Confimation Enrollement“ im „Bureau des Relations Internationales“ von Mme Expert unterschreiben lassen und sich informieren bei welchem Erasmus Koordinator vor-Ort man seine „Learning Agreement“ unterschreiben lassen kann. Dies hat praktisch fast die gleiche Funktion wie das rosa Blatt, nur weiß dann auch das Erasmus Büro in Halle welche Kurse ihr gewählt habt (und danach gibt’s auch erst die erste Rate vom netten Herrn Erasmus).

Mit diesem rosa Blatt „Preparation Diverses“ muss man zusehen in der Uni die entsprechenden Stundenpläne in den entsprechenden verschiedenen Instituten zu finden. Hinzukommt, man sollte bei diesen Plänen auch durchblicken. Eine generell etwas chaotische Angelegenheit in Mirail, aber je öfter man an diversen Plänen vorbeigeht, desto mehr versteht man sie. Und je mehr Ecken man in der Uni kennt, desto eher geht das Gefühl der Beunruhigung zurück „an irgendetwas nicht gedacht zu haben“, sozusagen die Erstsemesterangst.

Es soll auch ein oder zwei Informationstreffen gegeben haben, jedoch war bei diesen nicht mal die Hälfte aller Erasmus anwesend. Wahrscheinlich aufgrund unzureichender Informationspolitik – bzw. gar keiner! Also, schön die Ohren spitzen, wenn man eins dieser begehrten Treffen erhaschen will.

Beunruhigenderweise stehen in fast jedem Institut bestimmte Termine für die Einschreibung in die Fächer. Das wichtigste ist für die Spezie Erasmus doch nur dieses rosa Blatt mit den erwünschten Kursen auszufüllen und auch nach 1-2 Wochen nach Uni Beginn unterschrieben vom Erasmus Koordniator im DIVE abzugeben. Wichtig ist jetzt auch hier das Learning Agreement mit den Kursen auszufüllen, von Mme. Expert gegenzeichnen zu lassen und wenn ihr freundlich wart, dann schickt die nette Dame es nach Halle zu eurem Erasmus Koordinator.

Man kann sich sogar auch nach 1-2 Wo. noch um entscheiden, falls einem ein Kurs nicht 100% zusagt. Man kann sich in die Kurse einfach reinsetzen, nur muss man dann mit dem Dozenten abklären, ob man auch für die Prüfungen eingeschrieben ist. Und ja, als Erasmus Student hat man einen schönen Sonderstatus, der einem beispielsweise erlaubt sich in jeden beliebigen Kurs in jedem beliebigen Institut der Uni einzuschreiben. Man ist auch sonst von diversen Gebühren, wie Immatrikulationsgebühr oder einer Gebühr für den Uni-Sport Pass befreit.


Viel Beschreibung gibt es zum Kursangebot oft nicht, man muss eher erraten was da auf einen zukommt.

In der ersten Woche des Studienbeginns gab es einen frz. Test von allen Erasmus Studenten zu absolvieren, der einen in 5 verschiedene Französischniveaus einteilt. Bis Niveau 3 kann man einen Französichsprachkurs belegen. Für Niveau 4 und 5 gibt es diese nicht. Auch nicht für diejenigen, die Französisch studieren. Sie gelten als „Specialiste de la langue francaise“. Beide Gruppen können sich sofort in alle kurse einschreiben. Eine gute Möglichkeit um sich trotzdem erst einmal in die französische Sprache einzugewöhnen ist die Belegung von Französischkursen aus dem „DEFLE“ Institut (Département de Français Langue Etrangère). Diese sind Kurse mit hohem Ausländeranteil. Man kann dort Leute aus ganzer Welt einfach kennenlernen. Da es in Kursen mit Franzosen oft etwas schwieriger ist. Die Qualität / das Niveau der Kurse ist nicht unbedingt sehr hoch, aber zur Eingewöhnung bestens zu empfehlen.


  1. Unterkunft:


Mein erstrebtes Ziel war es, mir gleich zu Anfang eine WG in Toulouse zu suchen. Möglichst natürlich mit vielen französischen Mitbewohnern. Kein leichtes Unterfangen, aber durchaus machbar. Folgende Bedingungen muss man dabei beachten:

  1. WGs sind in Frankreich lang nicht so verbreitet wie in D

  2. WGs sind gegenüber dem universitären Wohnheim sehr teuer (ca. 2-3x soviel)

  3. Man nistet sich wahrscheinlich nur für ein halbes Jahr ein(oft ist die Mindestmietdauer 1 Jahr) und bräuchte eher ein möbliertes WG Zimmer, was die Angebotsauswahl sehr dezimiert

  4. Wohnungszuschuss (CAF) zu geben hängt in Frankreich ganz von der Lust des Vermieters der WG ab, d.h. er muss dafür einen neuen Vertrag aufsetzen. Nach eigener Erfahrung kann das dauern.

  5. Wenn man ausgiebig der Erasmus Kultur frönen möchte, sollte man ins Wohnheim ziehen (fast alle ausländischen Studenten der Uni Mirail befinden sich im Wohnheim Chapou). Dort ist man unter Vielen Erasmusgängern gut aufgehoben. Großer Nachteil: Verbesserung der frz. Sprache und Integration verlaufen um einiges langsamer.

  6. Franzosen antworten nicht auf Emails. Ausufernde Email Anfragen im Vorfeld und vor Ort führten zu keinem nennenswerten Erfolg. Telefon (und auch wenn man nur Brocken spricht) scheint wesentlich besser zu sein. Auch wenn einem dann als Ausländer vorkommt, dass alle WGs auf einmal weg sind, sobald man sich per Telefon meldet.

Wenn man nicht gleich zum Erfolg bei WGs kommt, kann man sich in Apartments zur Untermiete einquartieren oder in anderen privaten Unterkünften unterkommen. Leider gibt es keine Jugendherberge in Toulouse, so dass ich mir mit Hilfe des CRIJ (Centre Regional d’information de la Jeunesse) ein billiges Hotel für die erste Woche Ende September heraussuchte.

Adresse: www.crij.org oder 17 Rue du Metz, Toulouse


Eine andere Möglichkeit ist das immer bekanntere
„Couchsurfing“1. Eine Alternative um kostenlos bei Leuten in aller Welt zu übernachten. Dieser neue Trend wird besonders von jungen Leuten benutzt. Man hätte so auch eine Chance, mit Leuten aus Toulouse direkt in Kontakt zu treten.

Adressen (geordnet nach Bedeutung):

http://www.couchsurfing.com

http://www.hospitalityclub.org

http://www.globalfreeloaders.com


Weitere Arten der Unterbringung auf Dauer sind Einzelapartments, universitäre oder private Studentenwohnheime oder auch Gastfamilien.

Infos und Angebote findet man unter diesen Adressen:

www.crij.org (oder vor Ort: 17 Rue du Metz, Toulouse)

Guide zur Wohnungssuche: (http://www.crij.org/images/documents/logements/Guide_logement_tarn.pdf )

www.crous-toulouse.fr (58, rue du Taur, Toulouse)


Wohnungssuche zu WGs fast ausschließlich im Internet (geordnet nach Angebotstauglichkeit):

www.crij.org

www.appartager.fr (kostenpflichtig, aber größte Seite)

www.colocforum.net

www.crous-toulouse.fr (wenig aktuelle Angebote)

www.toulouseweb.com (vereinzelt Angebote)

http://www.kijiji.fr

http://www.easycoloc.com (kostenpflichtig!)

http://www.colocationfrance.fr (kostenpflichtig!)

http://www.recherche-colocation.com/ (kostenpflichtig!)
Auch ist die Wohnungssuche in der Uni durch Aushänge möglich (EIMA, DEFLE Institut)


Eine WG Suche kann schwierig sein und ggf. auch länger dauern. Ich hatte zwar gleich etwas gefunden innerhalb von ca. 4 Tagen, musste aber 2 Wochen warten bis ich einziehen konnte. Aber es lohnt sich, sich in dieses Abenteuer zu stürzen. Nur so lernt man die Franzosen und deren Vorlieben wirklich gut kennen. Als Deutscher konnte ich mich so einem Schneckenessen z.B. nicht entziehen. Wie lecker!


Allgemein ist noch anzumerken, dass weder die Wohnheime, noch die WGs hohen deutschen Standards entsprechen. Unverschämterweise verhalten sich die Mietpreise auch noch unproportional zu diesem Fakt, kurzum: Sie sind verdammt teuer! Ich bezahlte für mein WG Zimmer von ca. 12m² in einer 7er WG in einem Haus im Osten von Toulouse 350€ kalt und mit allen Nebenkosten fast 400€. Man kann auf den Zuschuss der CAF (Caisse Allocation Familiale – frz. Wohnungszuschuss) hoffen. In dem Fall von ca. 150€, jedoch kommt das, wie schon erwähnt, auf den Vermieter an.

Weitere Infos zum Wohnungszuschuss CAF im CRIJ (Info, Beantragung), 17 Rue du Metz, sowie online http://www.caf.fr



  1. Die Uni in Toulouse


Eine kurze treffende Einschätzung wäre diese: „Großes Chaos, aber nette Leute! “ Die Ansprechpartner an der Uni sind sehr nett und freundlich, auch wenn fast Jeder einem etwas anderes erzählt.
Erst einmal sollte man sich den Satz einprägen:
„Bonjour, je suis Erasmus“. Eine Entschuldigung für Alles. Für dein Leben, dein Dasein, dein Aussehen etc.. Nein, das ist Quatsch! Aber kurz darauf nimmt man dich nach dieser Aussage bildlich an der Hand und versucht dir alles nötige zu geben was du an Informationen brauchst. Und auch sonst wird diese Art Ausrede oft durch Erasmus Studenten missbraucht. Zu Anfang des Studiums kann dies jedoch nützlich sein.

Die Universität hatte im Jahr 2006/2007 fast 24.000 immatrikulierte Studenten. Der Ausländeranteil liegt bei 15% (ca. 3600 Studenten). Der Anteil von Deutschen ist recht hoch, nur im WS gab es allein über 50 Deutschsprechende aus D, Ö und der Schweiz. Der größte Bereich (Institut) der Uni ist die Psychologie, danach kommen Sprachen und Kulturwissenschaften.
Da die Uni hauptsächlich für Geisteswissenschaften ausgerichtet ist, ist die
Kursauswahl in dem Bereich nach m.E. sehr gut. Wie schon erwähnt, kann man sich aus verschiedenen Instituten sein Stundenplan selbst zusammenstellen. Ich habe beispielsweise einen Kurs der Südamerikanischen Indigenen Sprache „Quechua2“ belegt. Ein interessanter Einblick. In Deutschland könnte man so etwas nur in Berlin belegen. Leider werden die Kurse oft wenig beschrieben. Dagegen hilft vielleicht eine Nachfrage im entsprechenden Sekretariat des Instituts.


Zu empfehlen sind die Sportangebote der Uni. Erstens lernt man hier schnell Leute kennen. Zweitens gibt es kostengünstige eintägige Fahrten am Wochenende für kleines Geld: Im Herbst und Frühjahr Wanderungen in den Pyrenäen, im Winter Skifahren und im frühen Sommer Windsurfing oder Kletterausflüge. Auch sonst gibt es eine recht üppige Sportauswahl für die Nachmittage. Ich entschied mich für Volleyball und Rugby. Ein Sport den ich weder schon einmal gespielt hatte, weder irgendwo gesehen hatte. Eine super Entscheidung. Regelmäßig war ich bei Rugby Spielen dabei und kämpfte um die Toulousianische Meisterschaft. Die Einschreibungen für die Sportkurse finden im SUAPS (Service Universitaire d'Activités Physiques et Sportives) am Anfang des Semesters statt.

Adresse: http://www.univ-tlse2.fr/suaps


Erwähnenswert ist auch die Erasmus Organisation EIMA. Sie kümmert sich bestens um die Erasmus-Meute. Dort stehen zwei Internetposten zur freien Verfügung (kein Wifi an der Uni, weiterere Internetzugänge in der Hauptbibliothek). Es gibt immer einen Ansprechpartner zu welcher Frage auch immer und es werden dort regelmäßig Wochenendausflüge oder Clubfeten angeboten.

Info: Eima Association im Hauptgebäude “Grande Arche”, eima-tlse2@hotmail.fr


Zum Gesamteindruck der Uni ist zu sagen: Der Universitätscampus ist leider kein wahres Schmuckstück. Eigentlich war diese Uni nur provisorisch gebaut worden. Sie war für Nordafrika vorgesehen, munkelt man. Hinzu kommt, dass sich die Uni außerhalb von Toulouse, im Problemviertel „Le Mirail“ befindet. Viele große HLM Sozialbauten umringen die Uni. Wenn man einmal sein Fahrrad vergisst anzuschließen, ist es nach 20min weg. Auch hatte ich beim Arzt in der Uni einmal wichtige Unterlagen liegen lassen. Ein Tag später hatte ich meine Unterlagen wieder, jedoch eine Woche später hatte ich viele hundert Euro weniger auf meinem frz. Konto.

Meine frz. Kreditkartennummer war bei diesen Unterlagen, jedoch nicht meine frz. Kreditkarte! Keiner kann sich wirklich erklären wie ich dadurch fast 1000€ verlieren konnte. Ich kämpfe immer noch um die Rückerstattung von der Bank.

Leider hatte ich in dieser Hinsicht sehr viel Pech und es widerfuhr mir ein ähnlicher Fall, diesmal mit meiner deutschen Kreditkarte. Dies hatte mit der Uni anscheinend nicht viel zu tun. Großer Vorteil hier, das Geld wurde mir bereits alles zurückerstattet. Unterschied zwischen frz. Kreditkarten und deutschen Kreditkarten ist der, das man mit den ausländischen ohne PIN bezahlen kann. Die Franzosen scheren sich nicht darum, was hinten für eine Unterschrift draufsteht, da Sie dieses System nicht kennen.

Zurück zur Uni: Lichtblicke sind der Schlosspark gleich neben der Uni, die Rasenfläche vor den Instituten und das Chapiteau vor dem Resto U (Mensa). Im kleinen Festzelt Chapiteau finden zu jedem Mittag kleine Konzerte statt, die man durchaus empfehlen kann.


Die Anerkennung von Studienleistungen ist etwas unsicher. Sie wird teilweise gewährleistet. Ich nahm während der Kursauswahl Kontakt mit meinen Professoren in Halle auf. Es wurde mir versprochen mir zumindest einen Teil anzuerkennen. Jedoch soll der Kursinhalt zuerst begutachtet werden, bevor ein Schein erteilt wird.


  1. Außerhalb der Uni


Toulouse, la ville rose3 – viertgrößte Stadt Frankreichs, ist mit ca. 400.000 Einwohnern die Hauptstadt der Region Midi-Pyrénées. Im Urbanen Raum von Toulouse leben ca. 1 Million Menschen, da es viele kleinere Städte im Umkreis von Toulouse gibt. Auch eher außerhalb befinden sich Industrie- & Handelsunternehmen und demnach auch Jobmöglichkeiten.

Toulouse beheimatet 3 Universitäten (Université Arsenal, Université Le Mirail und Université Paul Sabatier). Erstere befindet sich im Stadtzentrum und ist ausgerichtet auf Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Letztere im Süden von Toulouse, welche hauptsächlich die Naturwissenschaften beherbergt.

Insgesamt bringen es die Studenten aus Toulouse auf eine Anzahl von über 110.000. Damit ist Toulouse nach Paris die größte Studentenstadt in Frankreich. Zahlreiche weitere Ingenieursschulen und private Lehreinrichtungen erweitern die Zahl. Dies trägt natürlich auch zum städtischen Flair bei. In engen Gassen von Toulouse findet man schnell nette Cafés und gemütliche Kneipen.

Um nur ein paar zu nennen: The Gate, Bar Basque, Crie de la Mouette, Café Pop, allgemein das Viertel St. Pierre

Ein guter Online-Guide für Restaurants, Cafés oder Konzerte ist Webcity: http://www.webcity.fr


Für Konzerte, Festivals und sonstige Events sollte man sich nach den Kulturführern „Let’s motive“ oder „Toulouse Culture“ umschauen (sind in diversen Geschäften oder der Uni verfügbar)
http://toulouse.letsmotiv.com/


Sehenswürdigkeiten die in Toulouse zu empfehlen sind: Musée des Augustins oder Musée des Abbatoires (einen So im Monat ist der Eintritt in alle Museen von Toulouse kostenlos), Basilika Saint Sernin und der dazugehörige Markt am Sonntag, Le Canal du Midi (schöne Fahrradtouren machbar bis Ramonville), Place du Capitole (Rathausplatz) und natürlich das Garonne Ufer (La Daurade & Prarie des Filtres).


In der Umgebung von Toulouse sei Albi zu empfehlen, Carcassonne mit schöner Burg, Montpellier, die römische Stadt Nîmes und Bordeaux. Lohnenswert ist ggf. auch ein Trip nach Barcelona, da nicht all zu weit entfernt. Die Fahrt dauert ca. 5-7h mit Zug (um die 40€) oder Bus (ab 30€ mit Eurolines).


Kultur kann man freilich genug in Toulouse genießen. Es gibt viele Theater, Kinos und eine Oper. In den wärmeren Monaten finden viele Festivals aller Art statt (heißer Tipp – Augen auf!). Aber auch für die sportliche Seite ist gesorgt. Toulouse hat eine der besten Rugby Mannschaften und im Fußball stehen sie im Moment auch gut da. In der Kombination (Kultur + Sport) wäre der Cheque Jeunes zu empfehlen. Man bekommt hierbei für 12€ diverse Eintritte erspart oder vergünstigt. Die erweiterte Version für 16€ beinhaltet zusätzlich mehrere Tickets zu Sportevents.

Infos zum Cheque Jeunes:

http://www.toulouse.fr/fr-32/culture-135/cheque-toulouse-jeunes-142/index.html



Die Verkehrsanbindung von Toulouse ist nicht die beste. Nach Ausprobieren von 4 Möglichkeiten (Auto, Bus, Zug und Flugzeug), ist der Luftweg am besten und einfachsten. Auch wenn man hier den Umweg über Hamburg macht (da außer Germanwings in Hamburg, keine Billigflieger Toulouse von Ostdeutschland oder gar von ganz D anfliegen). Vorteil bei einer Zugfahrt ist z.B. ein möglicher Halt in Paris.

Weitere Infos: per Bus: http://www.deutsche-touring.com/

Per Zug: http://www.bahn.de
http://www.thalys.com

http://www.voyages-sncf.com dann für PREMS suchen, n Sonderangebote für Paris-Toulouse

per Flugzeug: http://www.airfrance.de (von Leipzig aus)

http://www.germanwings.de (von Hamburg)

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Eins, zwei Worte noch zum Verkehrssystem in Toulouse. Es gibt eine U-Bahn Linie, die sich fast durch die ganze Stadt zieht. Ab Juli 2007 soll es dann eine zweite Linie geben. Das ist gut so, denn die Busse im Stadtzentrum sind fast ständig überfüllt. Hinzukommt das sie am späteren Abend (wenn man mal weg will) entweder nur sehr sporadisch fahren oder gar nicht.

Dringend zu empfehlen ist die Carte Clé (eine Arte Jugendermäßigungskarte für Bus+Metro). Bekommen kann man Sie an der Metro Station: „les Arènes“.

Mit dieser hat man die Möglichkeit eine Monatskarte für 20€ zu erwerben.

Infos, Übersichtsplan der Bus und Metroverbindungen - regionale Verkehrsgesellschaft TISSEO:

http://www.tisseo.fr/


Die Universität Le Mirail liegt direkt an der U-Bahn im Südwesten von Toulouse. Vom Stadtzentrum also schnell zu erreichen. (ca. 10min). Da mich persönlich Bus und Metro irgendwann so nervten, dass ich keine Lust mehr drauf hatte, legte ich mir ein Fahrrad zu, um in die Uni zu fahren (sowieso für abendliche Ausgänge zu empfehlen). Das war zwar weit (ca. 10 km), aber lohnte sich trotzdem (20€ im Monat gespart, war schneller als mit Bus+Metro, und dazu noch jeden Tag Sport).

Gebrauchte Fahrräder erwirbt man entweder auf dem Marché St. Sernin bei dubiosen Arabern die Fahrräder von der Hintertür aus verkaufen oder z.B. bei Velo d’ocassion.

Günstige Fahrräder: an jedem So (früh bis mittag) auf dem Markt rund um der Kirche St. Sernin im Stadtzentrum von Toulouse für 20-50€

Oder bei Velo d’Ocassion, 80 Avenue Fronton - 31200 Toulouse - Tel : 0561579836



Da die Lebenskosten im schönen Süden Frankreichs unglaublich teuer sind, mögen Spartipps angebracht sein. Lohnen tut es sich auf alle Fälle zu schauen, wo man einkauft. Es gibt dort z.B. enorme Unterschiede zwischen einem „Petit Casino“ (Tante Emma Laden) und Discountern wie Lidl (am günstigsten!). Es gibt mehrere Lidl im Zentrum von Toulouse, Aldi gibt es leider nur außerhalb. Tipp wären auch die großen „Hypermarchés“ von Carrefour, Le Clerc oder Auchan. An der Metro-Endstation „Basso Cambo“ befindet sich ein solch großes Einkaufszentrum. Wer teure Hygieneartikel benutzt sollte sie vielleicht von Deutschland mitbringen.

Im Internet nach Lidl-Filialen suchen

http://www.lidl.fr


Geldabheben
aus dem europäischen Ausland ist noch immer teuer. Um die fünf Euro bezahlte ich pro Auszahlung. Wenn man die CAF beantragen will, muss man sowieso ein frz. Konto eröffnen. Gute Angebote gibt’s z.B. bei Credit Lyonnais. Innereuropäische Überweisungen sind meines Wissens kostenlos. Eine andere Alternative ist der Besitz eines Bankkontos bei der Deutschen Bank, denn diese ist Partnerbank von der BNP Baripas. So sollen Überweisungen und Auszahlungen kostenlos sein. Nähere Infos bei der Deutschen Bank.


Mit Studentenjobs sieht es generell schlecht bzw. schwierig aus. Studentenjobs wie kellnern oder im Verkauf wird eher den Franzosen vorbehalten. Für ausländische Studierende gibt es oft die Möglichkeit Sprachunterricht zu geben, vielleicht Babysitting zu übernehmen oder nicht qualifizierte Jobs wie „Preparateur de Commande“ (Art Vorarbeiter, gibt es in verschiedenen Branchen) auszuführen.

Kleine Studentenjobs zu finden im:

CRIJ, entweder online oder vor Ort (gleiches Angebot), http://www.crij.org , 17 Rue du Metz.


Wer in größerem Rahmen suchen möchte:

ANPE, Agence National de l’Emploi (frz. Arbeitsamt), http://www.anpe.fr

Keljob.fr (größer privater Stellenmarkt), http://www.keljob.fr

CROUS (vereinzelt Angebote), www.crous-toulouse.fr

Ich war selber für über einen Monat auf Jobsuche und fand für begrenzte Zeit einen Job im Callcenter dank deutscher Sprachkenntnisse. Eine gute Erfahrung, obendrein gab es etwas Geld dazu. Maximal kann man in Frankreich als ausländischer Studierender 20h die Woche arbeiten. In den Semesterferien kann man in den Sommerjobs („Jobs d’été“) z.B. bei der Weinernte oder als Preparateur de Commande Vollzeit (35h) arbeiten.


  1. Zusammenfassung:

Ich verbrachte durchaus ein schönes Semester in Toulouse mit Höhen und Tiefen, mit Franzosen und Ausländern, mit Camembert und frz. Wein.


diese Dinge sind zu beachten: Dokumente die man mitbringen muss, Einschreibungstermin, Unterkunftslösung, CAF (Voraussetzung ist frz. Bankkonto und Willen des Vermieters), Einreichungstermine Kurswahl, Uni Mirail liegt außerhalb des Zentrums, Verkehr(sanbindungen) in Toulouse, hohe Mietpreise und hohe Lebenskosten


durchaus nützliche Mitbringsel: Passbilder, genügend Bargeld oder Konto bei der Deutschen Bank (BNP Baripas), deutsche Kultur(objekte) oder ein Stück Heimat (z.B. ein deutsches Bier?!), Fotoapparat, ein gutes Wörterbuch (elektronisch ist auch sehr praktisch), eine französische Grammatik, ggf. einen Reiseführer (z.B. Lonely Planet) und mind. ein Lächeln auf den Lippen!


diese Dinge sind nicht zu verachten: Carte clé Tisseo, Toulouse Magazine wie „let's motive“ oder „Toulouse Culture“, Cheques Jeunes (Sport), das Capitol und seine kleinen Straßen, allgemein die Innenstadt auf der rechten Seite der Garonne, EIMA Association, SUAPS, CRIJ, Café Populaire, Marché St. Sernin, La Daurade & Prairie des Filtres, Festivals in und um Toulouse, Sonne im Süden, ein Fahrrad!

3 Toulouse wird aufgrund ihrer zahlreichen Bauwerke aus roten Ziegelsteinen „la ville rose“ genannt

Donnerstag, Juni 28, 2007

es geht dem Ende zu!

Schwierig, hier ein Fazit zu ziehen. So ähnlich wie die Frage nach z.B. einer Weltreise: „Na und, wie wars, gut..ja!?“

Ich werde einiges vermissen, diese netten, äußerst schmalen, unpraktischen Bürgersteige, wo man immer wieder rauf und runter rennt, weil entweder Hundekot, schleichende Omis oder kreuz und quer parkende Autos einem den Fahrtwind nehmen. Die oft miserable Organisation (ein Hauch Tohuwabohu ist immer dabei!). Oft störten mich Schilder mit Pfeilen die mich in die Irre führten (ein Pfeil nach links , heißt nicht gleich nach links, sondern kann auch geradeaus heißen), nirgendswo Toiletten in der Stadt. Dixie Klo hätte bei der „Fete de la Musique“ hier Millionen machen können. Oder vielleicht gehört es einfach dazu,…in die Straße zu pinkeln? - eine durchaus prekäre kulturwissenschaftlische Frage!

Der Hundekot auf den Gehwegen wird mir fehlen, die hohen Lebensmittelkosten und Bierpreise, die frz. Mentalität wie: "komme ich heut nicht, komme ich morgen…vielleicht", die widersprüchlichen Versprechen oder Aussagen von Franzosen („Ja, klar, bin mir ganz sicher, da geht’s zum…“ oder „Das würde ich nie machen, aber…“), das Erasmus Geplapper („Yes, this culture is reaaaallly….“, „Oh yes, Germans…haha, drinking a lot of beer and drive fast on the autobahn..haha“) oder so manche unnützen Kurse, die ich an der Mirail Universität belegte oder mein fast einstündiger Weg von WG zur Uni.

Aber Nein, wahrscheinlich wird mir das wirklich fehlen. Jetzt mal offenherzig: so viele positive Sachen, die ich hier erlebt und erfahren habe, die alles andere in Vergessenheit geraten lassen. Es ist etwas hart jetzt die letzten Tage zu überstehen und nix zu machen. Warum? Klar man genießt, geht aus und hat nochmal Spaß, aber man denkt viel nach und man ist etwas melancholisch.
Sowieso realisiert man erst wirklich, wie gut einem so etwas getan hat und was man doch alles tolles gemacht hat, wenn man wieder daheim ist. So wie bei einem guten Urlaub, wo man zurück kommt und denkt: „Schön wars, aber irgendwie bin ich geschafft…“ und im Nachhinein sagt man sich: „Mensch, war das war klasse, nich?…“

Am Freitag breche ich hier meine Zelte ab und bau sie in Beziers wieder auf. Denn dort werde ich den Sommer über in einem Campinglager im Empfang arbeiten. Ein Vier-Sterne Camping lager (ui!), welcher hier zu finden ist: www.leclosvirgile.com
Den Job habe ich mir glücklicherweise über eine Massenemail-Bewerbungs-Aktion ergattern können. Ich freue mich drauf. Ich bin untergebracht in einem Bungalow ein paar Schritte vom Strand entfernt.

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Mittwoch, Juni 20, 2007

Jetzt bin ich ein echter Franzose

Nachdem ich nun schon wie üblich zum Nachtisch Camembert, Colomiers, Ziegenkäse oder Roquefort genieße. Manchmal auch mal ein kleines Gläschen Wein zum Abendbrot, oft bleib ich in der Hinsicht doch noch verwurzelt, beim guten (ist relativ) Bier! Gestern kam ich zwar in Genuss eines guten Paulaner Weißbiers, aber das Gegenteil konnte nicht konträrer ausfallen!
Schneckenessen!! Ein "köstliches Mahl" für den ein oder anderen in meiner WG!
Saftige Weinbergschnecken in würziger Kräuterbutter (12 Schnecken, 1,49€ bei LIDL)

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Mittwoch, April 18, 2007

Sonntag, April 01, 2007

Andorra

Ein Mekka für Alkis, Raucher und Skifahrer. Wahnsinn, was dort passiert. Jeden Tag rammeln tausende Autos und Laster! diese eine Straße die Pyrenäen hoch um ein paar Schnäpp(s)chen zu machen. Die Stimmen derer die dort einkaufen sind meistens schon arg gekennzeichnet vom intensiven Tabakkonsum.

Dort gibt es alles in Mega-Portionen. Es gibt 5l Whiskey Flaschen und sogar den guten alten Kirsch (siehe Bild).


Im Zuge der vielen Umweltdiskussionen würde es wahrscheinlich ne tolle Sache sein, wenn man Andorra einfach vor die Pyrenäen ins Flachland verlegt. Tausende andorrianischen Hirten und Schafe würden sich darüber freuen. Die restliche Umwelt natürlich auch.

Job in der Telefondschungelhöhle

Vieles ist passiert seit meinem letzten wirklichen Eintrag. Grundfrage wäre, habe ich mich eingelebt? Bin ich in Frankreich angekommen.

Wahr ist, dass ich mich durch meine Arbeit nun schon an die frz. Tastatur so gewöhnt habe, dass es mir schwer fällt die deutsche sozusagen easy-going zu benutzen.

Ja, ich habe eine Arbeit! Die Uni habe ich mal kurz unterbrochen, seit nun 3 Wochen schufte ich in einem schlecht klimatisierten, lautem Call-Center (haben die glaube ich so alle an sich! Hab da ja schon Erfahrung aus Halle). Um die Arbeit kurz zusammenzufassen: man wird schlecht entlohnt, hat einen beschissenen schizophrenen Chef, der einen die eine Minute anschnauzt und die nächste freundlich grüsst, man hat eine bestimmte anruf- und interview Statistik die man erfüllen muss und auch sonst sind es alles sklavenähnliche umstände (der Chef sitzt genau über Einem, eine Supervisorin alias „das Trampeltier“ passt höllisch auf, dass du jaaaa nicht ne Sekunde unproduktiv bist!).

Meine Arbeit mache ich auf Deutsch, ich belästige, entnerve und unterhalte manchmal deutsche Optiker um ihnen „Ne kleine Studie“ aufzuschwatzen. Soweit haben wir schon mindestens 4000 Optiker angerufen und das oft mehrmals. Aber nur gut, dass keiner außer meiner Kollegen und ich Deutsch versteht, so dass wir über diverse Umstände im Call Center uns gut auslassen können.

Neben der Arbeit bleibt wenig Zeit und bleibt auch wenig Motivation übrig für andere Dinge. Klingt so traurig, aber als Schichter haut man sich dann eher noch was Schönes in die Pfanne, trinkt eins, zwei Starkbier und pennt fast vor der Glotze ein. Am WE lässt man natürlich die Sau raus. Vorgestern hatten wir hier ne prima WG Feier bei uns gemacht. Es wurde gegrillt, es wurde chinesisch und italienisch gekocht und natürlich ne ganze Menge getrunken. Ich soll ziemlichen Mist am Ende erzählt haben, also war es glaube ich ne sehr gute Feier!

Noch 2 Tage arbeite ich die nächste Woche, dann ist vorbei. Dann habe ich Zeit für meine Eltern + Geschwister, die Heute ankommen, um z.B. am Mittwoch den A380 anzuschauen. Im Airbus Werk kann man hier so eine Führung mitmachen.

Das Wetter wird hier langsam angenehm, das sieht man dann auch an dem Röckchen-Indikator. Das Wetter wird besser, die Röcke werden kürzer. …Frühling!

Langsam gefällt mir Toulouse wirklich. Wenn ich für den Sommer ein Sklavenjob finde, dann werde ich wohl noch ne Weile hier bleiben. Aber noch versuchen etwas Sommer in Halle mitzunehmen.

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Mittwoch, Februar 14, 2007

Jobsuche und Kulturstunde No. 4

Prüfungen hinter mir. Das neue Semester nimmt seit gut einer Woche seinen Lauf, ohne mich, denn: ich bin dringend auf der Suche nach einem Job. Perfekt wäre es natürlich dies mit der Uni zu vereinbaren, demnach einen 20h Job zu finden, aber nach zahlreichen Bewerbungen als Vorarbeiter, Tellerwäscher oder Pizzabäcker geh ich nun aufs Ganze und bewerbe mich auch für Angebote wie Systemadministrator oder Call-Center Agent mit sprachlichen Kenntnissen in deutsch oder englisch auf Vollzeit-Basis.

Also, entweder so schnell wie möglich einen Job nach Maß (20h) und die Uni nebenbei oder ein Sprung in die kalte professionelle Arbeitswelt.

Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich. Erstens brauch ich Geld, zweitens brauch ich Geld,…usw. Erstens deshalb, weil meine normalen Lebenskosten hier in Toulouse im Monat mindestens zwischen 600-700€ liegen (380€ Miete) und dabei kauf ich nur im unteren preislichen Marktsegment ein. Zweitens deshalb, weil mir durch verschiedene mysteriöse Umstände ca. 3000€ von jetzt auf nachher abhanden gekommen sind. Dies könnte man unter Kreditkartenbetrug zusammenfassen. Ein Prozess ist im Gange das viele Geld zurückzubekommen, ein Teil ist zumindest schon zurückerstattet. Merkwürdig: Zwei Mitbewohnern vor mir ist Ähnliches widerfahren. Meine geplagten, gerupften, aufopfernden Eltern will ich deshalb auch nicht viel länger so extrem auf der Tasche liegen.
Drittens deshalb, weil ich der Meinung bin, dass mir die Uni hier nicht wirklich 100% zusagt und ich mich irgendwie schon auf hallische Seminare ohne stundenlange Professoren-monologe freue.

Noch eine kurze Kulturstunde, die ich mir nicht verkneifen kann:

- es gibt Seminare die sich nur um einen deutschen drehen, aber ausschließlich! Um den berühmten Philosoph „Cont“ oder wie wir auch sagen würden „Kkkkant“ z.B. erklärt durch Philosophie Professoren in höchster Extase, von wirren gestikulierenden Gestalten mit viel wirrem Haar, begleitet von zig ähhs und aaahs und Angsteinflößenden Denkpausen sowie maschinenartig hervorstoßenden Gedankenresumés ODER von überdeutschen (Pünktlichkeit +Disziplin betreffend) Philosophieprofessoren im banlieuartigen Jogging/Goldketten-Outfit! Der Wahnsinn! Ich hab entschieden Philosophie ist vielleicht interessant anzusehen, aber nicht auf Französisch zuzuhören!
Warum befassen sich die Frz so intensiv mit dt. Namen, fehlt ihnen (noch) das schwermütige, sensible, kritische Deutschsein um zu philosophieren?

- La Vie des Autres (Das Leben der Anderen) – habe ich mit meinen Mitbewohnern geschaut – Sie wussten gar nichts davon, nur das die Mauer irgendwann 80er gefallen ist:o. Ein guter Film!

- Wir sind „The Krauts“ in England, „les Choucroutes“ in Frankreich und „os(?) Crocos“ in Italien – Wir sind die Sauerkrautnation! Ein Klischee das wahrscheinlich für immer existieren wird!
Frage: Warum steht hier dann aber auf jeder Sauerkrautpackung oder Menükarte, dass Sauerkraut eine elsässische Spezialität ist??

- Ich fahr im Straßenverkehr wie der letzte Arsch! Mir macht jeder Platz – und dabei bin ich nur mit Fahrrad unterwegs! Dies benötigt in unentschlossenen Situationen (weil der Franzose lässt sich gern die Vorfahrt nehmen) immer nur einer kleinen Geschwindigkeitsbeschleunigung und einem grimmigen dt. Gesicht! Ab und zu halte ich jedoch für Französinnen:)

- Ich habe eine sehr tiefgreifende kulturelle Erfahrung machen dürfen, bei der man so einiges in Frage stellt, diese kleine Bild hier unten sagt alles, bitte sorgfältig begutachten und besser nicht vorstellen WIEEE das geht!!

Diese Installationen findet man übrigens in unsere Uni ausschließlich im äußeren Bereich.

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